Montag, 17. Oktober 2011

Die letzten zwei Wochen...

Da vom 1. Oktober bis jetzt ziemlich viel passiert ist werde ich meine Erfahrungen unterteilen , damit es einfacher wird zu folgen=)

1.Meine Arbeit:

Papalotes

Mittlerweile hat bei mir der Arbeitsalltag begonnen.Montags und Dienstag arbeite ich immer in der Waldorfschule in San Felipe.Im Großen und Ganzen macht es sehr viel Spaß. In der Spielzeit kann ich je nach Bedarf mitspielen oder lasse die 4 ihr eigenes Ding machen. Manchmal muss ich aber auch die Böse sein und dazwischengehen. Bei einer 4 und einer 6 Jährigen, die um alles konkurrieren ist das auch notwendig. Ansonsten sind die beiden natürlich die Prinzessinnen auf der Erbse=) Was noch hinzukommt ist, dass es nur einen Jungen in ihrem Alter gibt, um dessen Aufmerksamkeit beide kämpfen.Zum Leid von Sophia entscheidet sich Theo meistens für Kiara denn schließlich haben sich die beiden vor meiner Arbeitszeit bereits verhairatet.
Wenn Theo nicht gerade mit Kiara spielt, ist er entweder ein ganz gefährlicher Löwe oder gesellt sich zu seiner männlichen Unterstützung Kian. Er ist der kleinste mit zwei Jahren und ist zum Schreien süß!
Mir vertraut er leider noch nicht so ganz aber mit der Zeit wird das heute haben wir sogar kurz Händchen gehalten.
Vorm Essen gibt es immer eine kreative Aktivität. Letzte Woche haben wir zum Beispiel ,passend zum kommenden Fest "Dias de los muertos", kleine Totenköpfe aus einer langsam trocknenden Reispampe gebastelt.An einem anderen Tag haben wir Kollagen in den passenden Farben rot und orange erstellt. Da es bei Dias de los muertos ebenfalls um Tod und Leben( im abgeschwächten und eher positiven Sinn) geht haben wir heute eine Komposttonne erstellt und sie mit selbstgemalten Bildern verziert.
Nach der Aktivität gibt es immer Essen. Nachdem alle satt sind und sich die Zähne geputzt haben geht es über zum rumtollen im großen Garten und danach wird gesungen. Wirklich anstregend hört sich der Job zu meinem Wohl also zu meinem Wohl nicht an=)
Was ich auch sehr genieße sind die Hin-und Rückfahrten zur Schule. Ich werde von Theos Mama Sofia, die Schwedin ist mitgenommen. Sie ist einer der wenigen die mir wirklich die Augen öffnen kann was die mexikanische Mentalität betrifft. Von ihr erfahre ich sehr viel ,weil sie die Ehrlichkeit besitzt die Mexikaner nicht haben.
Da ich mich die erste Oktoberwoche ein wenig mit der mexikanischen Bürokratie herumschlagen musste war sie mir bei der Erklärung warum und wieso das alles so ist sehr behilflich.Schließlich musste ich drei mal in der Woche geduldig für jeweils drei Stunden im Immigrationsbüro sitzen, wurde von Beamten zu Beamten geschickt obwohl ich jedem das gleiche erzählt hab. Außerdem hab ich trotz Visa nochmals alle Papiere neu sammeln müssen und am Ende sogar ne ganze Stange Geld zahlen müssen.
Sofia hat mich zudem auch noch verstehen können, da sie ald sie jünger war durch ähnliches durchgehen müssen.

Hijos de la Luna -Kinderheim

´Was in Papalotes alles so leicht ist , ist Hijos de la Luna umso schwerer. Es handelt sich um ein Kinderheim mit 50 Kindern. Zwar sind nur ganz wenige Weisen doch die anderen haben es teilweise auch nicht viel besser. Von Montags bis Freitags sind alle Kinder da und die meisten werden übers Wochende nach Hause gebracht. Was allerdings alle gemeinsam haben , ist dass sie nur Mütter haben und dass fast alle Prostituirte sind. In Hijos de la Luna solles ihnen also besser gehen als zu Hause. Nach meinem ersten Tag habe ich dies allerdings in Frage gestellt.
Die Großen sitzen vormittags auf kleinstem Raum in einem Zimmer und werden alle fünf Minuten von der Heimleiterin Senora Coco angeschriehen sie sollen ihre Hausaufgaben nicht wie "betrunkene Dummköpfe" machen. Kein Wunder das die Großen immer ziemlich wütend dreinblicken und sowas wie Cliquen gründen um sich geborgen und in einer Gemeinschaft zu fühlen. An die Kinder kommt man leider nur noch schwer ran.
Wer einem noch mehr Leid tut sind die Kleineren. Letzte Woche fünf von ihnen inklusive dem 2 Monate alten Baby krank. Die kleinen Nasen waren so verstopft, dass sie teilweise kaum noch Luft bekommen haben und fast die ganze Zeit weinten.Die hygienischen Zustände sind ebenfalls katastrophal. Wenn wir morgens kommen haben alle vollgemachte Windeln , so als ob man auf uns gewartet hätte und ganze viele Kinder haben Karies und Narben am Körper von denen ich nicht wissen möchte wo die herkommen.
Der Job der Volunteere besteht aber eher darin , dass wir mit ihnen spielen, aufpassen dass sie sich nicht verletzen und vor allem viel Liebe geben.
Oft nimmt man die Kinder auf den Arm und nach wenigen Minuten schlafen sie tief und fest und klammern sich an deiner Hand fest, sodass du sie ja nicht los lässt. Einerseits ist das krass aber andererseits kommt man sich in Hijos de la Luna sehr nützlich vor und man freut sich mit den Kleinen mit ,wenn sie sich freuen. Besonders bei der kleinen Angela freue ich mich immer. Sie ist einer der wenigen Kinder die niemanden mehr hat und während die anderen Kinder oft lachen bleibt ihres oft verschollen. Ein kurze Emotion ist da schon ein Gewinn.Der kleine 2 Monate alte Luis bekommt auch viel Aufmerksamkeit allerdings nur von den Freweilligen. Die Heimleiterinnen würden ihn sonst den ganzen Tag schreiend im Maxikosi liegen lassen.
Vor dem Mittagsessen werden die Kleinen und die Mädchen mit einem kalten Schlauch abgespritzt und die größeren Jungen müssen sich bei Wind und Wetter draußen waschen. Danach beginnt für uns der windelwechsel-,eincreme-,anzieh und frisurenmarathon=)
Danach ist man ziemlich erledigt ,hat aber auch das anstrengenste hinter sich. Die anderen gehen so gegen zwei während ich meistens noch eine halbe- bis eine Stunde bleibe.
Meistens liegt dann irgendein Kind in meinem Arm, was sich nach dem Essen in den Schlaf wiegen lässt.

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